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Steuertippfür Firmenkunden
Tipp von Steuerexperte
Dr. Klaus Oechsle

Erleichterung bei der Umsatzsteuer für elektronische Dienstleistungen ins EU-Ausland ab 1. Januar 2019

 

Wie stets zum Jahreswechsel treten auch am 1. Januar 2019 zahlreiche rechtliche Neuregelungen in Kraft, darunter etliche wichtige Steuerrechtsänderungen. Eine Neuerung im Umsatzsteuerrecht betrifft kleinere Unternehmen, die elektronische Dienstleistungen (z.B. Downloads, Hosting, Streaming, Portale, Daten-banken, E-Books) an Privatkunden im EU-Ausland erbringen. Und das schöne ist: Diese Neuregelung bringt eine echte Erleichterung für den leistenden Unternehmer.

Grundsätzlich gilt für grenzüberschreitende Leistungen innerhalb der EU das sogenannte Bestimmungslandprinzip. Das heißt, die Umsatzsteuer wird möglichst in demjenigen Land erhoben, in dem der Empfänger der Lieferung oder der Leistung seinen Sitz hat. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen von einem Unternehmen an ein anders Unternehmen ist das kein Problem: Der leistende Unternehmer ist in seinem Land, dem Herkunftsland, von der Umsatzsteuer befreit und der empfangende Unternehmer im Bestimmungsland versteuert die Lieferung oder Leistung als sogenannten innergemeinschaftlichen Erwerb. Bei Lieferungen und Leistungen an Nichtunternehmer funktioniert das aber nicht, da der private Endverbraucher die im Kaufpreis enthaltene Umsatz-steuer zwar wirtschaftlich trägt, aber nicht rechtlich schuldet. In diesen Fällen muss sich deshalb der leistende Unternehmer bei der zuständigen Steuer-behörde im Bestimmungsland registrieren, die dort zu entrichtende Umsatzsteuer anmelden und bezahlen. Dieses Verfahren war besonders für kleinere Unternehmen überaus umständlich und aufgrund von Sprachbarrieren und den von Land zu Land unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen sehr fehleranfällig.

Ab 1. Januar 2019 gilt das Bestimmungslandprinzip nur noch, wenn ein Schwellenwert von 10.000 € (netto) pro Jahr und Bestimmungsland überschritten wird. Erbringt also zum Beispiel ein deutscher Unternehmer 2019 elektronische Dienstleistungen im Nettowert von 9.980 € an Privatkunden in Österreich und von 5.000 € an Privatkunden in Spanien, kann der Unternehmer diese Leistungen in Deutschland versteuern – zu den bekannten Steuersätzen, ohne Sprachbarriere und ohne Registrierung im Ausland.

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